Der Bismarck-Turm in Konstanz

Dieser Text stammt aus der Feder von: J. Schilling und handelt vom Bismarkturm in Konstanz.

Der Bismarckturm


Der Bismarck-Turm in Konstanz wurde zu Ehren des 1. Reichskanzlers, Fürst Otto von Bismarck, erbaut.

Das Denkmal galt bis zum Niedergang des deutschen Reiches im Jahre 1918 als "schirmendes Bollwerk an der Grenze der Südmark".

Die Konstanzer Stadtväter hegten bereits um 1890 den Plan, ein Denkmal an diesem Standort auf dem Raiteberg zu errichten, was sich jedoch aus finanziellen Gründen nicht verwirklichen ließ.

Erst Gustav Prym, (der in Konstanz lebende Erfinder des Druckknopfes) machte es sich schließlich zur Lebensaufgabe, Fürst Otto von Bismarck ein würdiges Denkmal zu setzen. Er spendete beträchtliche Summen und legte damit den Grundstock zur Bismarck-Denkmal-Stiftung, an welcher sich auch viele Konstanzer Bürger beteiligten.

In den Jahren 1911-1912 entstand der Turm nach den Plänen von Professor G. Wickop. Die Höhe des Bauwerks beträgt 22,7 Meter, als Baustoff diente Stampfbeton aus Muschelkalk. Die Gesamtkosten des Bauwerks beliefen sich seinerzeit auf rund 36000 Mark.

Erster offizieller Besucher am 25. September 1912 war Graf Ferdinand von Zeppelin, Erbauer des ersten starren Luftschiffes. Auch er beteiligte sich mit 1000 Mark an der Stiftung.

Die offizielle Einweihung fand am 18. Oktober 1912 zum 99. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig statt.

Beim Betreten des Bauwerks fällt der Blick als erstes auf eine Bronzebüste Bismarcks auf einem übermannshohen Betonsockel. Die Bronzebüste wurde von der Erzgießerei Miller in München gefertigt.
Durch die rechte der beiden inneren Türen, welche mit handgeschmiedeten eisernen Türbändern aus der Darmstädter Kunstschmiede Emmele versehen sind, führen 106 Steinstufen zum höchsten Aussichtspunkt des Konstanzer Stadtteils Petershausen.

Bis zum Ende des dritten Reiches fanden auf dem Vorplatz des Turmes an besonderen Tagen, zum Beispiel am 1. April (Bismarcks Geburtstag) und zur Sonnenwendfeier (am 21. Juni), Feste statt, zu welchen die inzwischen nicht mehr vorhandenen Flammschalen auf den vorderen Podestsockeln sowie die nicht mehr funktionsfähigen Flammschalen auf der Turmspitze entzündet wurden.
Die Ölversorgung der Feuer wurde durch eine Drucköl-Tankanlage im Untergeschoß des Gebäudes gewährleistet: das Öl wurde mit Hilfe von Kohlensäure-Gas hochgedrückt, das notwendige Kühlwasser mit einer Handpumpe.

Der Grund und Boden gehörte ursprünglich der Spitalstiftung Konstanz, die ihn an die Stadtgemeinde abtrat und dafür durch einen am 28. Mai 1912 abgeschlossenen Tauschvertrag benachbarte städtische Grundstücke (Krankenhaus-Areal) erhielt.

Es gibt viele Bismarck-Türme in Deutschland - siehe Webseite zu Bismarktürmen

Seit 1980 war der Bismarck-Turm von der Funkgemeinschaft Konstanz angemietet.

Fürst Otto von Bismarck


geboren : 1. April 1815 in Schönhausen, Altmark
gestorben: 30. Juli 1898 in Friedrichsruh

Fürst Otto von Bismarck war Gründer des Deutschen Reiches von 1871. Nach seiner Erhebung in den Fürstenstand übernahm Bismarck als 1. Reichskanzler die deutsche Politik von 1871-1890.
Bedeutend und vorbildlich war seine (für die damalige Zeit fortschrittliche) Sozialgesetzgebung, mit der er die Lage des arbeitenden Volkes entschieden verbesserte:

  • 1881 Invaliditäts- und Altersversicherung.

  • 1883 gesetzliche Krankenversicherung für alle Arbeiter

  • 1884 Unfallversicherung

Weitere Infos zu Bismarck finden sich auf http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_von_Bismarck.